Michaela Cerullo

Ausstellung 4. September-27.September 2020

Die Gabe, The Gift

Unter dem Thema «die Gabe» setzt sich Michaela Cerullo in ihren Werken mit der Ambivalenz des Gebens und Empfangens, sowie der Bedeutung von Grosszügigkeit auseinander.

Im philosophischen Diskurs zur Gabe gibt es einen zentralen Punkt: die einzige wahrhaftige Gabe ist eine Gabe ohne Erwiderung. Erst dann ist es eine reine Gabe. Im Sinne des guten Gebens, ist sie Ausdruck und Ausfluss des Guten, der Liebe.

Die Bedeutung der Gabe oder der göttlichen Gnade hat Michaela Cerullo in vielen ihrer Frauenfiguren thematisiert, so offerieren diese tatsächlich eine Gabe oder empfangen diese durch ihre spirituellen Verbindungen in Form von körperlichen Auswüchsen oder dem Kopfschmuck der Portraits.

Die Pflanzen, Blumen und Symbole, die den Frauenfiguren entspringen, verlieren sich im Grösseren, Unfassbaren.

Die Gabe ist auch an die Freiheit gebunden, welche die Künstlerin während des Malprozesses erfährt.

«Michaela Cerullo geht es bei ihren Arbeiten nicht primär ums Abbilden. Sie ist auf der Suche nach Bildwelten, die Stimmungen, Gefühltem, Erlebtem und inneren Bildern, Gestalt verleihen und in Farbe hüllen.
Einige Frauenbilder wirken durch ihre schwebenden und sich überlagernden Farbbereiche durch den lasierenden Farbauftrag flüchtig, fliessend, fragil.
So wächst ein transzendenter Bilderkosmos, der von Talismanen und religiösen Symbolen durchwirkt ist.»

«In Michaela Cerullos Arbeiten ist diese verhaltene Spannung zwischen der Gabe, als Symbol der Fülle des Lebens und dessen Endlichkeit auch malerisch umgesetzt: die in lasierenden Schichten aufgetragene Farbe schafft zarte, transparente Flächen. Der von wattierten Farbwolken gebildete Bildgrund droht mit dem nächsten Wimpernschlag weggeweht zu werden.»

In "gesetzteTextausschnitte": Sarah Pfister, Kunsthistorikerin

Mehr über Michaela Cerullo:
www.cerullo.ch 

Text und Biographie: